SW-Entwicklung: Mit oder ohne Methode

Themenabend 12.06.2007, 18:00 Uhr im Stollwerck

Mit der gewachsenen Komplexität moderner Software-Systeme geht auch eine steigende Komplexität im Software-Entwicklungsprozess einher: Lange Laufzeiten der Projekte, große, teils verteilt agierende Entwicklungsteams sind nur grundlegende Herausforderungen, denen im Alltag begegnet werden muss. In der Praxis haben sich verschiedene Ansätze etabliert, um die Software-Entwicklung zu begleiten und den Entwicklungsprozess zu strukturieren. Sie stellen jeweils unterschiedliche Aspekte in den Fokus. Schärfere Strukturen und sauber definierte Prozesse erhöhen die Kalkulierbarkeit des Entwicklungsprozesses. Demgegenüber etablieren sich agile Methoden, die die Möglichkeit der Planbarkeit grundsätzlich in Frage stellen. Sie stellen dieser Unsicherheit einen hochgradig flexiblen Entwicklungsansatz entgegen. Nicht vergessen werden darf im Rahmen der Software-Entwicklung der Faktor Mensch. So ist Software-Entwicklung immer als kreative und kooperative Tätigkeit zu verstehen. Dementsprechend wichtig ist es, hier die Rahmenparameter zu ermitteln und darauf basierend Erfolgs- ebenso wie Risikofaktoren zu elaborieren.

Vortrag 1 (Übersicht) - Methoden, Methoden, Methoden - Ein Überblick

Knut Salomon: Geschäftsführer der modulo3 GmbH
Der Vortrag gibt einen Überblick, über die Prozesse und Methoden, die zurzeit in der Praxis Anwendung finden. Die unterschiedlichen Ansätze werden kurz beleuchtet und einen Ausblick auf mögliche zukünftige Anforderungen an Methoden wird gegeben.
Der Referent: Knut Salomon ist seit 22 Jahren als Trainer und seit acht Jahren als Berater und Coach im Projektmanagement tätig. Das Entdecken und Entwickeln von Potenzialen von Menschen ist eine seiner persönlichen Zielsetzungen. Als geschäftsführender Gesellschafter der modulo3 GmbH freut er sich, dies täglich umsetzen und erleben zu dürfen.

Vortrag 2 (Praxisbericht) - Methodische Softwareentwicklung

Michael Mahlberg : Geschäftsführer der TCG The Consulting Guild GmbH
Aus unterschiedlichsten Erfahrungen, die in den letzten 15 Jahren mit den unterschiedlichsten Methoden zur Softwareentwicklung gesammelt wurden, wird
abgeleitet, wie sich tatsächlich in der Industrie eingesetzte Methoden zwischen der Orientierung an den Fachinhalten und der Orientierung am Management
positionieren und welche Lücken zwischen Theorie und Praxis besonders schmerzhaft sind. Ein Schwerpunkt ist die Bewertung der unterschiedlichen
Vorgehensweisen im Bezug auf die Projektgrößen (von 3 bis 120 Personen).
Der Referent: Seit Anfang der neunziger Jahre beschäftigt sich Michael Mahlberg insbesondere bei Großkonzernen mit Methoden zur Softwareentwicklung.
Schwerpunkte sind dabei methodisches Vorgehen im Allgemeinen und (agile) Entwicklungsprozesse. Über seine Erfahrungen auf diesen Gebieten berichtet er
unregelmäßig auf Veranstaltungen und Konferenzen.

Vortrag 3 (Empirische Studien) - Sind moderne Entwicklungsprozesse besser? Ergebnisse einer empirischen Studie

Dr. Ralph Trittmann: Institut für Wirtschaftsinformatik, Universität Köln
Was kennzeichnet den Entwicklungsprozess in einem erfolgreichen Softwareprojekt?
Die traditionelle, am Ideal ingenieurmäßiger Entwicklung orientierte Sichtweise unterscheidet sich dabei grundlegend von modernen Empfehlungen, wie z. B. denen des Extreme Programming (XP). Wie aber ist ein Softwareprojekt erfolgreich zu gestalten? Die Ergebnisse einer empirischen Studie der Universität zu Köln zeigen auf, dass eine an modernen Prozessvorstellungen orientierte Projektgestaltung nicht unbedingt auch zu erfolgreichen Projekten führt. Dieser Zusammenhang besteht nur im Fall hoher Unsicherheit der Softwareanforderungen. Trotzdem folgt die Projektgestaltung in der Praxis auch bei geringer Anforderungsunsicherheit oft dem modernen Entwicklungsideal.
Der Referent: Dr. Ralph Trittmann ist seit 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, Systementwicklung der Universität zu Köln und
seit über 10 Jahren in der Management- und IT-Beratung tätig. Seine Schwerpunkte sind Projekt- und Prozessmanagement von IT-Projekten, IT-Controlling,
Qualitätsmanagement und Wissensmanagement. Er ist Autor von mehreren Fachbüchern und von verschiedenen Beiträgen für nationale und internationale Fachzeitschriften und Konferenzen.

Moderation: Markus Won (Deutsche Post World Net)

Bitte melden Sie sich bis spätestens zum 1.6.2007 beim Sprecher der Regionalgruppe Köln Herr Detlef Lippert (detlef.lippert@tietoenator.com) informell per Email an! Und bitte reichen Sie diese Ankündigung an interessierte Kollegen und Kolleginnen weiter! Die Veranstaltungen stehen allen Interessierten (auch Nicht-GIMitgliedern) offen und sind kostenfrei.

Die Themenabende der GI Regionalgruppe Köln

Informatikern und Informatikerinnen. Die Themenabende der Regionalgruppe Köln richten sich als Plattform für Erfahrungs- und Wissensaustausch an alle in der Praxis,
Ausbildung, Forschung und Lehre der Informatik Tätigen.

Ziel eines Themenabends ist die unabhängige Behandlung eines aktuellen Informatik-Themas in angenehmer Atmosphäre mit Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Es gibt an einem Abend immer mehrere Vortragende, die ihre vielleicht sogar kontroversen Ansichten in 20minütigen Präsentationen darstellen. In der anschließenden Diskussion hat das Publikum Gelegenheit, weitere Fragen einzubringen.

Die Themenabende beginnen um 18:00 Uhr (Ende offen) und werden auf der Website der Regionalgruppe Köln (www.gi-ev.de/regionalgruppen/ koeln/) angekündigt.
Die Themenabende finden im Bürgerhaus Stollwerck in Köln (Dreikönigenstr. 23, 50678 Köln - Nähe Rheinauhafen www.buergerhausstollwerck.de/) statt.

Parkmöglichkeiten vorhanden.

 

 

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